I n t e r v i e w


(Januar 2003)



Frage: Wie sind Sie in die Synchron-Branche gekommen?

Ant.: Als Kind von meiner Mutter (Cutterin) ins Synchronstudio mitgenommen worden (13 Jahre). Vereinzelt gesprochen, später gedreht. Aber mit Sprechen erst richtig angefangen, um die 30 J. nachdem ich auch viel Theater gespielt habe.



Frage: Können Sie sich noch an Ihre erste Synchronrolle erinnern? Wenn ja, wo war das?

Ant.: Als Kind – keine Ahnung. Mein Wiedereinstieg später war Paul Robinson in „Neighbours“, (Daily Soup) den ich in über 650 Folgen gesprochen habe.



Frage: Wie sind Sie zur Schauspielerei gekommen und seit wann sind Sie Schauspieler?

Ant.: Mit 15 angefangen zu drehen, mit Theater in freien Gruppen seit dem 27. Lebensjahr, keine Schauspielschule.



Frage: Macht Ihnen die Synchronarbeit nach so vielen Jahren immer noch Spass oder gibt es auch Rollen, die Sie nicht, oder besonders gern sprechen würden?

Ant.: Hängt seeeehr von der Rolle und den Umständen ab...



Frage: Haben Sie selbst einen Lieblingsfilm, -synchronschauspieler oder -rolle?

Ant.: Viele. Große Vorbilder sind z.B. Klaus Havenstein und Hans Dieter Hüsch.



Frage: Gab es eine Rolle, die Ihnen am meisten Spaß gemacht hat? ...Welche?

Ant.: Einige. Könnte spontan keine einzelne herausnehmen... Aber z.B. „Latka“ in TAXI, „Stinky“ in Animal Show, “Michael Palin” in MONTHY PYTHON, „Bonkers“ in BONKERS, SCREAM ...und viele mehr.



Frage: Ich habe vor kurzem über das Internet erfahren, dass Sie bei dem Album von „Lou Bega – A little bit of Mambo“ mitgewirkt haben und habe mir dieses auch bestellt. Wie kam es zu Ihrer Mitarbeit an diesem Album-Track?

Ant.: Kenne seine Produzenten – SYNDICATE- MUSIC, die früher mit mir auch Funkspots produziert haben, sind inzwischen Freunde und fast Nachbarn. Ihm selbst bin ich nie begegnet.



Frage: Steht vielleicht in nächster Zeit ein weiteres Projekt mit Ihnen an, z.B. ein neuer Film oder eine neue Serie?

Ant.: Als nächstes steht Theater an: „König UBU“ in München – Pasing, und auch in Sachen Theaterregie tut sich wieder einiges. Synchron z.Zt. eher ruhig.



Frage: Wissen Sie evtl. noch, wer bei den drei „SCREAM“-Filmen die deutsche Synchronregie hatte und wer das Dialogbuch geschrieben hat?

Ant.: Klar. Das war Horst Geisler, der auch Syn.-Regie bei BLADE gemacht hat.



Frage: Haben Sie gar eine eigene Homepage?

Ant.: Nein, ich habe noch keine eigene Homepage. Mal sehen ...
Weiterhin wünsche ich Ihnen alles Gute und viele Grüße!!!



Frage: Wie lange haben Sie für das deutsche Dialogbuch zu "Das Dschungelbuch 2" gebraucht?

Ant.: pro gesprochener Minute brauche ich etwa 1 Stunde im Durchschnitt. Da aber der Film noch in Arbeit ist, während ich die ersten Fassungen kriege, wird zwischendrin öfters umgearbeitet. Die endgültige Fassung kommt dann etwa 1 Woche vor Abgabetermin. Man arbeitet sich sozusagen "schichtweise" durch und kontrolliert ständig nach....



Frage: Hat man Ihnen das Dialogbuch angeboten oder haben Sie sich angeboten es zu schreiben?

Ant.: Frank Lenart, der Regisseur hat es mir angeboten.



Frage: Haben Sie auch die Lieder übersetzt, die im Film vorkommen, oder war für diese Aufgabe jemand anderes zuständig?

Ant.: Die Lieder habe ich nicht übersetzt, das machen die Musiker.



Frage: Kennen Sie den ersten Teil des Dschungelbuchs? In einer Zeitschrift stand, dass vermutet wird, dass sich viele der heutigen "45er" den Film ansehen werden, da Sie den ersten Teil als Kinder gesehen haben. Werden Sie sich "Das Dschungelbuch" im Kino ansehen?

Ant.: Den ersten Teil kannte ich vorher schon, habe ihn natürlich aber vor und während des Schreibens ständig zu Rate gezogen. Ins Kino geh ich natürlich...



Frage: Das was ich auch sehr gut fand war, dass sämtliche Sprecher des Film im Abspann erwähnt wurden. Können Sie mir einige nennen (falls Sie die Namen kennen), da ich im Kino nicht so schnell mit schreiben konnte. Das wäre sehr hilfreich für meine Besetzungsliste dieses Films.

Ant.: Eine Liste hab ich leider nicht. Ich hab zwar mal gefragt, aber die meisten kommen nicht aus München.



Frage: Stehen in der nächsten Zeit wieder neue Projekte an, z.B. Theater, Fernsehrollen oder Synchronprojekte???

Ant.: Blutenburgtheater als nächstes, wie Du ja weißt. Anschließend wieder eine Theaterregie für Sommerhausen, "Beim Psychiater" von Cornelius Schnauber. Synchronrollen kündigen sich nicht groß vorher an, höchstens Serien.



Frage: Würden Sie gern mal bei einem Film die Dialogregie übernehmen?

Ant.: Wenn mir das Thema liegt, schon. Ansonsten finde ich Theateregien reizvoller.



Frage: Können Sie mir einige Theater-Stücke nennen, zu denen Sie die Musik komponierten?

Ant.:
1985 - Die Ermittlung
1986 - Victor, oder die Kinder an der Macht
1987 - Leonce und Lena
1987 - Die Vögel
1989 - Da leben Leute
1991 - Was ihr wollt
1992 - Volpone
1992 - Wie es Euch gefällt
1993 - Turandot
1996 - Alice D. im Spiegelland
1999 - Ende gut alles gut



Frage: Stehen Sie noch mit Al Gromer Khan in Kontakt? Wieviele Alben haben Sie mit Ihm aufgenommen?

Ant.: Ja, der Kontakt besteht noch. Vor 10 Jahren habe wir noch das Album "The Neuschwanstein Tapes " aufgenommen. (vergriffen)



Frage: Wird in Ihren Liedern auch gesungen oder nur gespielt?

Ant.: Auf "Black Marble..." wirde bei einem Stück gesungen und auf einem ein Gedicht rezitiert.



Frage: Welches war deine Lieblings-Theaterrolle? Welche die, die du nie wieder spielen würdest? Welche Rolle würdest du gern spielen (z.B. Romeo)?

Ant.: Eine "Lieblingsrolle" in dem Sinne gibt es gar nicht, das hängt für mich immer von den Umständen ab, unter denen eine Theaterproduktion stattfindet. Eine gute Ensemblearbeit ist mir allemal lieber, als
eine Superrolle in einer Inszenierung zu haben, wenn ich mich an dem Ort, in der Arbeit oder mit den Kollegen nicht wohlfühle. Ich wollte auch nie den Hamlet spielen, für Romeo war ich nie der Typ und für andere Rollen habe ich inzwischen auch das zulässige Alter überschritten...(obwohl, es gibt eine Romeo und Julia-Fortsetzung von Ephraim Kishon, da könnte ich´s mir vorstellen).Gerne würde ich auch in dem Stück "KUNST" eine der drei Rollen übernehmen, oder mal in Ionescos "NASHÖRNERN" mitwirken. Wovon ich definitiv die Nase voll habe, ist "Moliere".



Frage: Aus welches Stücken sind die Bilder, die du mir vor einiger Zeit mal geschickt hast?

Ant.: Wenn Du die SW-Kombiseite meinst: die oberen beiden sind aus "BRUT"
Links unten JERRY aus der "ZOOGESCHICHTE" Mitte unten ein Kobold in
"TOTER WÜST-LING...", rechts unten "CHOLSTOMER - GESCHICHTE EINES PFERDES)



Frage: Wann und wo hast du Astrid kennen gelernt? Erst in Sommerhausen oder eher?

Ant.: Schon vor sechs Jahren, als wir gemeinsam "Versteckte Kamera" drehten.



Frage: Übernimmst du in Synchronisationen gern die Sing-Parts? (Barney)

Ant.: Oh ja, endlich bringt mein musikalischer Zweitberuf auch mal Geld.



Frage: Kannst du dich daran erinnern, ob du damals bei "CatDog" das Titellied gesungen hast? ("Eines Tages mit ...!")

Ant.: Da war ich glaub ich nicht dabei...



Frage: Wie bekamst du damals die Hauptrolle in "Stunde Null"? Gab es ein Casting?

Ant.: Ja, ganz normal.



Frage: Wie war die Zusammenarbeit mit Herbert Weißbach und deinem heutigen Synchronkollegen Donald Arthur?

Ant.: In beiden Fällen gut, mit Donald Arthur sogar besonders, er hat später
auf meiner JAPOTAGE-LP für mich gerappt. Wir sind quasi seit damals
befreundet.
 
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